Review: Super Eurobeat 2025
Was? Schon Dezember? Mit einer leichten Verspätung, wie man es in Deutschland von allem gewohnt ist, müssen wir über die neueste Ausgabe der Super Eurobeat reden!

Kiras Kommentar
Zehn Labels teilen sich die Plätze um 17 Songs! Das verspricht eine der abwechslungsreichsten SEBs zu werden. Ein Newcomer-Label bekam sogar direkt drei Slots. Das ist eine Ansage, wird es auch dem Anspruch gerecht? Hören wir rein!
Delta Music
Dieses Jahr startet Delta Music die neue Compilation. Axel ist zurück und startet mit einem kraftvollen, aber kurzen Intro. In Hinblick auf die Charts bei Starlight, in denen Axel lange mit Fireball vertreten war, gab es hohe Erwartungen an Touch My Fire. Diese kann Axel für mich jedoch nicht erfüllen. Trotz des starken Instrumentals kann der Refrain mich nicht überzeugen.
Asia Records / SAIFAM
Tipsy & Tipsys Love Is the Best ist ein klassischer Asia-Song, er geht schnell ins Ohr mit dem typischen Beat und einer Melody, die anderen „Tipsy & Tipsy“-Songs ähnelt. Er ist solide, sticht musikalisch nicht besonders hervor. Auffällig sind jedoch zwei Sachen, zum Einen ist die kurze Länge von nur 3 Minuten, definitiv also der Radio-Mix. Hier erwarte ich noch eine Extended-Version als Single-Release auf Bandcamp. Zum Anderen nimmt das Lied Bezug auf das Gefühl, von der Umwelt überfordert zu sein, schlechte Nachrichten plagen uns, doch Liebe kann uns da heraushelfen, aber eben auch: „Love is the only way to stop the gun“. Leider ist das auch der letzte Eurobeat-Song, den Mauro Farina für uns produziert hat, nachdem er im Oktober 2025 im Alter von 68 Jahren starb. Er wird eine große Lücke im Eurobeat hinterlassen, Ruhe in Frieden.
Dave Rodgers Music
Dave Rodgers‘ Sohn Kaioh macht nun weiter. Sein Lied Music Police startet mit einem Bang, bei 17 Liedern auf einer Disc komme ich ja kaum zum Durchatmen! Leider fühle ich auch hier dasselbe Problem wie bei Touch the Fire: Musikalisch ein solider DRM-Song, aber das „Muuuuuuusic Police“ im Refrain möchte mir nicht im Ohr hängenbleiben.
Der zweite DRM-Song ist Universal Power von Arale, einem ganz neuen Alias von Federico Pasquini, auch bekannt als Kaioh. Die Tonlage ist hier höher gepitcht, so was muss man mögen. Aber auch hier kann er mich leider nicht überzeugen. Die Dubstep-Parts in beiden Songs retten es nur ein wenig für mich.
SCP Music
Auf nach Candy Mountain, Charlie! Irenes erster Song seit 2021 ist Unicorns und er ist genau das, was ich suche! Von Sekunde 1 an macht er direkt Spaß zu hören, der Refrain hookt mich, bis zum Ende ein durchweg gutes Lied! Interessant sind hier die Credits, denn hier steht ein neuer Name: Alessandro Castagna. Ob wir künftig mehr von ihm hören dürfen?
Die schnelle Antwort ist „Ja“, denn auch der zweite SCP-Eintrag wurde von ihm mitgeschrieben: Angel, Devil von Fastway gibt uns den aggressiven Eurobeat-Sound, den wir von SCP kennen. Die Melodie ist okay, der Refrain hookt mich leider nicht.
Go 2 legt mit Racing Rhythm nochmal nach: Codenotti und Zanini im Duo stehen für Banger und ich denke, da passt ihr neuestes Werk super hinein.
SinclaireStyle
Race Me Wild von Niko & Nathalie ist der erste von zwei Sinclaire-Songs, den wir auf der CD haben. Moment mal, Niko? Den Alias haben wir seit 2009 nicht mehr gesehen, nachdem Dejo der Hauptalias von Maurizio de Jorio wurde. Aber das ist Nebensache, der Song selber steht anderen Dejo-Songs in nichts nach. Ich würde ihn im oberen Mittelfeld ansiedeln, ein starker Sinclaire-Song, aber auch nichts Außergewöhnliches. Dicker Bummer dafür, dass für das Albencover ein KI-generiertes Bild verwendet wurde. Das ist äußerst schade, sogar ein Text auf einfarbigem Hintergrund wäre mir da lieber gewesen.
Sinclaires zweites Lied ist eine Neuauflage: Love Generation 2094 von Puchiko Tek verbindet den Klassiker mit einem modernen Sound, die Lyrics sind nun teilweise englisch, teilweise japanisch. Das Lied ist der Debüt-Song von Puchiko Tek vom frischen Projekt VSinclaire – ihr hört richtig: Man kann sich VTubern nicht mehr entziehen, und hier ist noch viel geplant! Hinter dem Alias steckt übrigens Puchiko von Honey Hime.
GReurosound
Betty Lou ist seit 2022 durchgehend auf der SEB vertreten. Während ich Ciao Ciao Ciao letztes Jahr doch sehr mochte, kann mich Summertime dieses Jahr nicht überzeugen. GRE ist so ein Label, bei dem ich mir wünschen würde, es würde wieder mehr SEB-Ausgaben geben als nur eine im Jahr. Denn Banger gibt es von diesem Label, nur sind die Gelegenheiten zum Strahlen dazu zu selten.
Hybrid Mix
„This is Hybrid Mix Radio and you listen to Nick Festari’s Turbo NRG!“ So geht er los, ein neuer Song von Roberto „Nick“ Festari mit Mandie NRG im Hintergrund. Definitiv einer der spaßigeren Songs des Albums. Mir gefällt es ja immer, wenn die Musik kurz stoppt und die Vocals dabei weitergehen, das „One, two, three, four“ leitet für mich so gut den Refrain ein, wodurch er mir eher im Kopf bleibt.
Mandie NRG im Vordergrund hören wir stattdessen bei I Want It All zusammen mit DJ Boss. Musikalisch stark, Mandie liefert hier auch ab, aber DJ Boss klingt so unmotiviert, dass er für mich das ganze Lied herunterzieht.
Atlantica
Wir mussten lange warten, denn erst in der zweiten Hälfte starten die Lieder von Atlantica, dem neuen Label von Tomas Marin! Inferno Hurricane von Mega NRG Man würde ich musikalisch irgendwo zwischen Go Go’s Music und Hi-NRG Attack einordnen. Es ist kein gänzlich neuer Sound, aber schön, dass Marin zurück ist, hatte er auf der SEB 241 noch „I’m Back“ gesungen. Alles in allem ein solider Song, der mir besser gefällt, je öfter ich ihn höre.
Einen neuen Namen hören wir mit Dub Dubi Dub Dub von J.Aba. Wer hinter der Stimme steckt, wissen wir (noch) nicht, aber silly geht immer. Ich glaube, viel einfacher kann man einen Song kaum gestalten, damit er sich zum Ohrwurm entwickeln kann. Das Dub Dubi Dub Dub kann man viel zu leicht mitsingen, dass es fix zum Automatismus wird.
Und noch ein Name kehrt nach acht Jahren zurück: Virginelle mit Dancing in the Sky ist der dritte Song des Newcomer-Labels! Und geschrieben wurde er von Roberto Festari, was für eine Collab! Für mich feiert Atlantica damit ein gelungenes Debüt, wir dürfen auf mehr gespannt sein!
Hi-NRG Attack
Es ist Zeit für einen silly song von Jeff Driller, oh ja! Das Lied macht direkt Spaß zu hören! Ja, wir haben wieder einfach Reime mit heftiger Aussprache: Fiar, Desiar, aber genau das lieben wir doch. Viel zu sagen habe ich allerdings nicht, außer dass er mich sehr stark an Hey Chicken erinnert. Für mich tatsächlich eines der Highlights dieser CD!
Dima Music
Wir schließen das Album ab mit Race to the Sun von David Dima. Das ganze Ende der CD würde ich als „guter Song, aber mehr auch nicht“ einstufen, so auch diesen: Dimas kraftvolle Stimme mit seinem unverkennbaren Sound sind immer eine gute Kombination. Ich würde mir wieder mehr von Dima Music wünschen, dann ist irgendwann auch wieder ein absoluter Banger dabei. Wenn ich darüber nachdenke, was ich mir wirklich wünsche, sind mehr Eurobeat-Releases. :c
Fazit
Insgesamt ist das wieder eines der Alben, die eine fast durchweg hohe Qualität aufweisen, aber kaum ein Song wirklich hervorsticht. Außerhalb meiner Top 3 höre ich die Lieder kaum. Diesmal war auch kein Non-Stop-Mix auf einer zweiten CD mehr dabei, was aber gar nicht stört. Mit Boss‘ Bias bei der Songauswahl war ich meistens eh nicht zufrieden.
Top 3
- Irene – Unicorns
- Jeff Driller – Papagayo
- J.Aba – Dub Dubi Dub Dub
Flop 3
- Kaioh – Music Police
- Betty Lou – Summertime
- Mega NRG Man – Inferno Hurricane
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