Der Weg ins Radio, oder die Chronik des „Neuen“ Kapitel 1

Für alle, die am Radio interessiert sind und für alle, die einen Einblick hinter die Kulissen von Japanradio.de wagen wollen. Das hier ist meine Story. Kapitel 1.

Part 1: Die Idee

Um ehrlich zu sein, ich weis bis heute nicht, was mich dazu gebracht hat damals auf die Moderatensuche zu antworten. Vielleicht eine Mischung aus Neugier, Wahnsinn und eigentlich der Gedanke, dass ich es mit meiner Sammlung eh nicht weit bringen würde… Tja und daraus resultierte der „verhängnisvolle“ Textverkehr, den ich damals mit Freaky Lulu hatte und der in etwa (und leicht übertrieben) so ging:

Ihr sucht zwar Moderatoren, aber ich hab weder die Erfahrung, noch die Technik und vorallem, ich hab absolut nicht die Musik für euren Sender, aber ich hätte genug Musik. Aber so verrückt seid ihr bestimmt nicht, mich auf die Zuhörer zu hetzen.

TheRiggie (vielleicht nur zu 90% ernst gemeint)

Aono schnell wirf mal n Blick über Riggie’s Sammlung!

Railgun, sprich dich mit Riggie ab um die Technik zu klären!

Danach Testsendung.

Wir haben wohl einen neuen Moderator.

Freaky Lulu im Teamserver

Ich war nun also aufgrund einer einzigen Nachricht an meine Chefin von Vocalnexus mittendrin. Mein Gedanke daraufhin war kurz zusammengefasst eigentlich nur ein: „Oh Gott, was hab ich hier grade angezettelt?“. Immerhin dachte ich mir zu dem Zeitpunkt noch, dass ich spätestens bei der Testsendung nett durchfallen würde, aber ihr seht bzw. hört ihr am Montagabend ja, dass dem nicht so war. Da stand ich nun also auf meinem Weg zum Moderator und dann fiel mir ein: „Warte, du hast ja noch nicht einmal die ganzen CDs digitalisiert!“.

Und damit endet Part 1 dieser Chronik, dort wo Part 2 anfängt.

Ein Bruchteil der Sammlung wartet auf die Digitalisierung. Relativ gut zu erkennen sind rechts, nur mal als Beispiel, das Blaue und das Rote (Best Of ) Album der Beatles.

Part 2: Der erste Digitalisierungsmarathon

Zum Glück war wegen Corona mein Tagesablauf relativ frei und trotzdem saß ich über eine Woche bis spät abends am PC und schmiss eine CD nach der anderen ein, erfreute mich an Auto-Tags und verfluchte die CDs bei denen entsprechendes nicht funktionierte.

Da der Prozess dahinter den meisten wohl bekannt ist, werde ich darauf weniger eingehen, als beim zweiten Digitalisierungsmarathon, welcher mich später ereilte und welchen ihr in einem späteren Part nachlesen dürft. Denn der Zweite war doch etwas anderes als den Media Player des Vertrauens zu öffnen, Speicherort und Dateiformat einzugeben und CD einzulegen und den Prozess ablaufen zu lassen.

Wie bei wohl den meisten solcher Vorhaben, gab es auch hier oft genug Momente, in denen man sich eine von zwei Fragen stellte:

Entweder fragte man sich: „Wie konnte ich diese CD bitte vergessen, das ist ja ein echtes Gem? Und wieso wusste ich nicht, dass die in der Sammlung ist?“

Oder aber: „Was zur Hölle ist das hier bitte? Und wieso gibt es sowas in der Sammlung?“

Beispiele gefällig: CDs von Dire Straits, Deep Purple, den Bee Gees, den Beatles und den Stones um mal ein paar zu nennen für Kategorie der ersten Frage, mit denen eben erst eine Grundlage für eine Sendung möglich war. Auf der anderen Seite gab es dann eben auch so CDs von MilliVanilli, Mark Medlock und ähnlichem, wo ich mich schon gefragt habe, welche Idee ich bei denen gehabt haben muss diese in der Sammlung zu haben.

Und neben all diesen Fragen und dem Digitalisieren gab es ja noch etwas, das ich machen musste/sollte: Die CDs in der Datenbank einpflegen. Der Grund dafür ist recht simpel: Bei Japanradio erfüllt man i.d.R. Musikwünsche. Bei meiner verrückten Sammlung, wäre es also absolut empfehlenswert, wenn die Zuhörer nachschauen können, was überhaupt sicher zur Verfügung steht.

Das Gute war jedenfalls, dass das Profil und ein Großteil der Sammlung bereits durch eine vorausgegangene Laune meinerseits, – ich vermute mal im ersten Lockdown – , existierten und eben auch bereits genutzt worden sind: Vorallem, für jene Bewerbung und den Check durch das Team , ob die Sammlung denn etwas tauge oder nicht. Das Ganze findet man auf Discogs, einer Seite, auf der man i.d.R. immer fündig wird es sich aber auch komplizierter machen kann als notwendig. Das liegt daran, dass man jede einzelne noch so spezielle Pressung eines Werkes im Zweifel nachschlagen und der eigenen Sammlung hinzufügen kann.

Das wirklich Interessante an der ganzen Sache ist vielleicht die Schätzung des Wertes der Sammlung, basierend auf Verkaufszahlen im Discogs eigenen Marketplace. Das Wertvollste an meiner Sammlung, wie konnte es anders sein, sind die Limitierten Collector’s Boxen die ich von Runrig habe, von denen eine inzwischen >100€ wert sein soll, obwohl sie 2018 für 35€ erschienen ist sowie eine 4xLP umfassende Liveaufnahme eines Dire Strait Konzertes. Ihr ahnt es: für mehr Infos siehe hier: -> Discogs

Damit endet der erste Beitrag meinerseits aus dieser Serie. Ich hoffe die Reihe gefällt euch und in der nächsten Ausgabe lest ihr über die Entwicklung des Sendekonzeptes und die technische Einrichtung. Also bleibt dran, haltet die Seite oder Social Media im Blick und wie immer Danke für die Aufmerksamkeit und wir hören uns On Air.


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